Impfschutz für Erwachsene: Warum der Schutz aus der Kindheit nicht ein Leben lang hält
Warum Schutz nicht ewig hält
Eine Impfung trainiert das Immunsystem, einen Erreger zu erkennen und abzuwehren. Bei manchen Erregern bleibt dieses Gedächtnis ein Leben lang bestehen. Bei anderen verblasst es mit der Zeit, ähnlich wie eine Sprache, die man jahrzehntelang nicht spricht. Der Körper vergisst langsam, wie der Erreger aussieht.
Genau deshalb gibt es Auffrischungen. Sie frischen das Gedächtnis des Immunsystems wieder auf, bevor der Schutz unter eine sichere Schwelle fällt. Wer das über Jahrzehnte versäumt, steht im Ernstfall womöglich ohne Abwehr da, obwohl er als Kind vollständig geimpft war.
Die Impfungen, die im Erwachsenenalter oft fehlen
Am häufigsten vergessen wird die Auffrischung gegen Tetanus und Diphtherie, die etwa alle zehn Jahre fällig ist. Tetanus lauert im Boden, eine tiefe Gartenverletzung reicht. Sinnvollerweise wird gleich der Keuchhusten mit aufgefrischt, denn der trifft Erwachsene härter als viele denken und ist für Säuglinge im Umfeld gefährlich.
Dazu kommen Impfungen, die mit dem Alter an Bedeutung gewinnen. Ab sechzig empfiehlt sich der Schutz gegen Gürtelrose, eine schmerzhafte Reaktivierung des Windpocken Erregers. Ebenfalls ab sechzig wird die Impfung gegen Pneumokokken empfohlen, die schwere Lungenentzündungen auslösen können. Und die jährliche Grippeimpfung schützt vor allem die, deren Immunsystem nicht mehr ganz so schlagkräftig ist.
Ein Beispiel aus dem Alltag
Stellen Sie sich einen 58 Jährigen vor, der beim Heckenschneiden in einen rostigen Draht greift. Eine kleine Wunde, kaum der Rede wert. Beim Arzt stellt sich heraus, dass seine letzte Tetanusimpfung über zwanzig Jahre zurückliegt. Aus einer harmlosen Schramme wird so ein echtes Risiko, das nur durch eine sofortige Nachimpfung aufgefangen wird.
Hätte er seinen Impfpass alle paar Jahre prüfen lassen, wäre das nie zum Thema geworden. Die Lücke entsteht selten aus Nachlässigkeit, sondern einfach daraus, dass im Erwachsenenleben niemand mehr automatisch daran erinnert.
Der Impfpass als einfacher Schlüssel
Das gute an dem Thema ist, wie leicht es zu klären ist. Der Impfpass zeigt schwarz auf weiß, was wann geimpft wurde und was fehlt. Ist er verloren, lässt sich der Schutz für viele Impfungen einfach neu aufbauen, ohne dass etwas schiefgeht.
In einem kurzen Termin lässt sich der ganze Status durchgehen. Oft genügt eine einzige Spritze, um mehrere Lücken auf einmal zu schließen, weil sich verschiedene Impfungen kombinieren lassen.
Was Sie jetzt tun können
Suchen Sie als Erstes Ihren Impfpass heraus und bringen Sie ihn mit. Schon ein Blick darauf sagt viel darüber, ob Sie auf dem aktuellen Stand sind oder ob etwas nachzuholen ist.
Vereinbaren Sie dafür einen Termin in unserer Praxis. Wir gehen Ihren Impfpass gemeinsam durch, schließen offene Lücken und sagen Ihnen, wann die nächste Auffrischung ansteht. Falls der Pass verschwunden ist, finden wir trotzdem einen sauberen Weg.
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