Gürtelrose: Wie ein alter Kinderkrankheitserreger Jahrzehnte später zurückschlägt
Ein alter Bekannter, der zurückkehrt
Wer als Kind Windpocken hatte, ist das Virus nie ganz losgeworden. Nach der Erkrankung zieht es sich in die Nervenwurzeln zurück und bleibt dort jahrzehntelang ruhig liegen. Das Immunsystem hält es in Schach, leise und unbemerkt.
Lässt diese Kontrolle nach, etwa im höheren Alter oder bei Stress und Krankheit, kann das Virus wieder aktiv werden. Es wandert die Nervenbahn entlang nach außen zur Haut. Dort zeigt es sich als Gürtelrose, ein schmerzhafter Ausschlag, der genau dem Verlauf des betroffenen Nervs folgt.
Warum die Schmerzen das eigentliche Problem sind
Der Ausschlag selbst heilt meist nach einigen Wochen ab. Das Tückische ist der Schmerz. Weil das Virus den Nerv direkt befällt, kann es zu einem brennenden, stechenden Dauerschmerz kommen, der auch nach dem Abheilen bleibt.
Dieser sogenannte Nervenschmerz kann sich über Monate oder sogar Jahre ziehen. Genau das macht Gürtelrose im Alter so gefürchtet. Es geht weniger um den Hautausschlag als um die Möglichkeit, danach lange mit hartnäckigen Schmerzen zu leben, die schwer zu behandeln sind.
Ein Beispiel für den typischen Verlauf
Eine 64 Jährige bemerkt zuerst ein Kribbeln und Brennen an einer Seite des Rumpfes. Sie denkt an eine Verspannung. Wenige Tage später erscheint ein streifenförmiger Ausschlag mit Bläschen, genau dort, wo es vorher gebrannt hat.
Mit früher Behandlung klingt der Ausschlag ab. Doch der Schmerz im betroffenen Bereich bleibt noch Monate, mal stärker, mal schwächer. Hätte sie die Gürtelrose Impfung gehabt, wäre das Risiko für genau diesen Verlauf deutlich kleiner gewesen.
Was die Impfung leistet
Für Menschen ab sechzig gibt es eine wirksame Impfung gegen Gürtelrose. Sie kann nicht nur die Erkrankung selbst verhindern, sondern senkt vor allem das Risiko für die langanhaltenden Nervenschmerzen erheblich.
Die Impfung wird in zwei Dosen gegeben und ist für die empfohlenen Altersgruppen eine Kassenleistung. Sinnvoll ist sie besonders dann, wenn das Immunsystem ohnehin geschwächt ist, denn dann ist das Risiko für eine Reaktivierung am größten.
Was Sie jetzt tun können
Wenn Sie sechzig oder älter sind, lohnt sich ein Blick auf den eigenen Impfstatus. Viele wissen gar nicht, dass es diese Impfung überhaupt gibt, und verpassen damit einen wirksamen Schutz vor einer unangenehmen Erkrankung.
Sprechen Sie uns bei Ihrem nächsten Besuch darauf an oder vereinbaren Sie einen Termin in unserer Praxis. Wir klären, ob die Impfung für Sie sinnvoll ist, und planen sie gemeinsam.
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